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Veranstaltungsarchiv
III. Literatursalon (4) - Die "Gruppe 47"
Montag, 14. Dezember 2009 - 20:00
Ingeborg Bachmann in der Gruppe 47
"... ein schönes Mädchen, flirrend in der Bescheidenheit dessen, der noch nicht sehr lange schreibt, und in der Überzeugung, dass ihre Gedichte das Beste sind, was sie in diesem Augenblick praktizieren kann." (Wolfgang Weyrauch)
Sie kam, las fiel in Ohnmacht ... und wurde mit Texten aus der Gedichtsammlung "Die gestundete Zeit" 1953 Preisträgerin der "Gruppe 47". Lyrik, Prosa und "einige" Einblicke in ihr Leben.
Jürgen Kuttner, Die Geburt des radikalen Islamismus aus dem Hüftspeck des deutschen Schlagers
Donnerstag, 10. Dezember 2009 - 19:30
Jürgen Kuttner erklärt die Welt: Grundsätzliches wie Liebe, Sex, Kampf der Geschlechter, Krieg der Kulturen, Essen oder Autos, aber auch diffizile Probleme wie das Demokratisierungspotential des deutschen Schlagers. Kuttners Kommentare zu Ost und West sind überraschend, lehrreich und große Unterhaltung.
Jürgen Kuttner, Jahrgang 1958, studierte Kulturwissenschaften. Mit seinen «Expertengesprächen » und der legendären Sendung «Sprechfunk» wurde er als Radiomoderator berühmt. Bis April 2008 moderierte er zusammen mit seiner Tochter, der TV-Moderatorin Sarah Kuttner, die Radio-Eins-Show «Kuttner und Kuttner». Eine gemeinsame Veranstaltung von MAU Club Rostock und andere buchhandlung.
Nora Bossong, Webers Protokoll
Dienstag, 8. Dezember 2009 - 20:00
Nora Bossong, geboren 1982 in Bremen, studierte zunächst am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, seit 2004 Kulturwissenschaften in Berlin und Potsdam, erhielt für ihren Debüt-Roman „Gegend“ (2006) das Leipziger Literaturstipendium und den Jürgen-Ponto-Preis, veröffentlichte 2007 den Gedichtband „Reglose Jagd“, lebt in Berlin.
Zum Buch:
Der Diplomat Konrad Weber, unter Hitler Vizekonsul in Mailand, hat verfolgten Juden mit gefälschten Pässen zur Flucht in die Schweiz verholfen, jedoch aus zwielichtigen Motiven: weil er Geld braucht und vor seinem mißtrauischen Vorgesetzen alte Veruntreuungen vertuschen muß - ein Leben zwischen Regimetreue und Gewissen, recherchiert von einer kriminalistisch engagierten Ich-Erzählerin.
Zé Do Rock, jede sekunde stirbt ein nichtraucher - a lexikon üba vorurteile un andre teile
Dienstag, 24. November 2009 - 20:00
Zum Buch
„»jede sekunde stirbt ein nichtraucher« ist ein Buch über Länder, Menschen, Sitten, über Sicherheitswahn, Klischees und Vorurteile. Zé do Rocks intelligentes Sprachspiel »üba vorurteile un andre teile« bringt Denk- und Wahrnehmungsmuster ins Wanken und ist gleichzeitig ein lustvoll erlebbares Sprechtheater. Das auf- und anregende Plädoyer gegen Engstirnigkeit und mangelnde Toleranz richtet sich an qualma, raucha, anti-paffa und anti-schmaucha. »Wenn unsere hirne gewisse informationen als wahrheit aufgenommen haben, wird es schwer, diese wahrheiten zu erschütta, da kannen unsere ohren hören was sie wollen und unsere augen sehen was sie halt sehen.« Zé do Rock schreibt in progressivem Ultradoitsh und Wunschdeutsch und nutzt bei seinen literarischen Ausflügen und Reisen die sprachlichen Eigenheiten der verschiedenen Länder, sodass ein dem jeweiligen Erzählgegenstand angenähertes, internationalisiertes Kauderdeutsch entsteht. Knappe Worterklärungen ergänzen den Themenkatalog von »Afrikaans« über »Cuba is libre«, »Esperanto« und »Maroco blues« bis »Zwischenreport«, wobei durchaus Profundes vermittelt wird, zum Beispiel über das Adjektiv »profan«: »das is wenn die gage eina musikgruppe nach der menge der besucha berechnet wird, im gegensatz zu ›proband‹, bei der man die gage nach der menge der aufspielenden musikgruppen kalkuliert. Einige verdienen ihr geld je nachdem, in wievielen partys sie spielen, das sind dann die profeten. Am besten sind diejenigen dran, die proton verdienen.«
Kurz: ein verdammt witziges literarisches Lexikon, voller respektloser Absichten und Einsichten.“
Zum Autor
„Zé do Rock, dessen forfaren aus Litauen, Doitshland und Russland kamen, is for ferdammt langa zait in Porto Alegre/Brasilien, geboren, in Sao Paulo aufgewaxen und in Mynchen hengengebliben. Er hat nix studiert, dafyr ain film gedreet - »No Elephants« (der film haisst so wail in ihm kaine elefanten forkommen), aine kunstsprache erfunden, ain ferainfachtes doitsh kreirt, 3 bycha gesriben, u.a. »fom winde ferfeelt«. Er hat file artikel ferfasst, z. b. fyr Die Zeit, Süddeutsche, taz. Saine literaturshows sind internazional bekannt. Praise hat er auch gewonnen und nun is er wida da, mit ainem noien film (Schroeder liegt in Brasilien) und aim noien buch - und was fyr ains!“
Herbstlaub
Freitag, 20. November 2009 - 20:00
Wie in jedem Jahr stellt Manfred Keiper zusammen mit einem mehr oder weniger bekannten Gast aus dem Literaturbetrieb Bücher vor, Perlen aus der Flut der aktuellen Bücher, die das Team der „anderen buchhandlung“ unseren Gästen besonders ans Herz legen wollen.
In diesem Jahr wird der bekannte gast aus dem Literaturbetrieb der Autor und Journalist Stefan Maelck sein.
Stefan Maelck, geboren in Wismar, hat an der Universität Rostock Anglistik studiert und auch doziert. Heute lebt er in Halle/Saale, arbeitet als Moderator und Musikjournalist für den MDR – Mitteldeutschen Rundfunk und andere öffentlich-rechtliche Anstalten, hat die Detektivfigur Hank Meyer erschaffen, ihn bisher durch die Krimis „Osthighway“ und „Tödliche Zugabe“ gejagt. Mit der Groteske „Pop essen Mauer auf“ provozierte er, dass womöglich die Geschichte der Popmusik neu geschrieben werden muss. Daneben rezensiert er unentwegt und wunderbar Literatur, vorwiegend aus dem angelsächsischen Raum und wird damit an diesem Abend wohl auch einen klaren Akzent setzen.
Damit unsere Gäste diesen kleinen Literaturmarathon durchstehen, bereiten wir ein Büfett vor – und portugiesische Weine werden auch geöffnet.
Angelika Overath, Flughafenfische
Dienstag, 17. November 2009 - 20:00
Angelika Overath, geboren 1957 in Karlsruhe, studierte Germanistik und Geschichte in Tübingen, promovierte 1986 über die Farbe Blau im modernen Gedicht, schrieb zunächst literarische Reportagen und Essays u.a für GEO, Merian, Die Zeit, erhielt 1996 den Egon-Erwin-Kisch-Preis für Literarische Reportage, veröffentlichte 2005 ihren ersten Roman „Nahe Tage“, lebt in Sent (Unterengadin, Schweiz).
Zum Buch:
In einem der größten Flughäfen der Welt, im hektischen Getriebe eines Transitraums vor einem riesigen Meerwasseraquarium mit Korallen, Muscheln, Krebsen und Fischen überschneiden sich die Wahrnehmungen, Blicke und Lebensläufe dreier Personen: des passionierten Aquaristen Tobias, der schönen reisemüden Fotoreporterin Elis und eines alten rauchenden Biochemie-Professors.
III. Literatursalon (3) - Die "Gruppe 47"
Montag, 16. November 2009 - 20:00
Heinrich Böll in der Gruppe 47
1947 gegründet, vergab die Gruppe 47 1950 das erste Mal den "Literaturpreis der Gruppe 47". 1951 debütierte der junge Böll mit seiner Satire "Die schwarzen Schafe" vor der Versammlung, doch ebenso las der in Ungarn geborene Jugoslawe Milo Dor das erste Mal, stellte die Erzählung "Salto mortale" vor. In der abschließenden Abstimmung bekam Böll eine Stimme mehr als Dor - und damit den "Preis der Gruppe 47".
An diesem dritten Abend nehmen wir uns beide Texte vor und diskutieren, was den Ausschlag in der Abstimmung gegeben haben könnte. Der Text wird von Dr. Andreas Wagner gelesen.
ACHTUNG: Dieser Termin ist vom 9.11. auf den 16.11.09 verlegt worden.
Die TITANIC bricht auf - Thomas Gsella liest aus "Nennt mich Gott"
Donnerstag, 12. November 2009 - 20:00
Die "Titanic" wird 30, der Ex-Chef bereits 50 geworden! Da wir nicht hinfahren konnten zur Feier, kommt er nun hierher, nach Rostock.
Ein halbes Jahrhundert satirische Prosa und komisches Gedicht: Seit 50 Jahren steht Thomas Gsella, geb. 1958, für völlige Qualität und höchsten Quatsch. Das Best of-Programm des Ex-„Titanic“-Chefredakteurs versammelt die schönsten Texte und besten Gedichte: seinen ersten Reim aus dem elften Monat, lebenskluge Fabeln, väterliche Bekenntnisse, bizarre Völkerverständigungsgedichte, zwiespältige Berufs- und Kinderhymnen, Fußballsonette dieses „Gottes der Fußballyrik“ (taz) sowie die lustigsten Bildgedichte aus der TITANIC und unveröffentlichte neue Werke.
Gsella hat zwar genügend eigene Bücher herausgebracht, aber wer herumtourt, während das Blatt 30 feiert, dessen Chefredakteur man mal gewesen ist, darf sich nicht wundern, wenn ...
Eine Veranstaltung im Rahmen der "Rostocker Kuturwoche" des AStA der Universität Rostock.
Harry Engelmann, Russenblut
Freitag, 6. November 2009 - 19:00
Buchpremiere
Ein Rostock-Roman
Anfang 1945 übertritt der Rotarmist Semjon Lasorin die deutsche Grenze.
Als Besatzer landet er in Friedrichsort, lernt dort Angelika kennen.
Lasorin verschwindet, wohl im Lager, weil er zuviel gefragt hat. Zurück
bleibt Angelika - mit Armin, den sie in Berlin zur Welt gebracht hat. In Friedrichsort soll niemand wissen, dass er ein Russenkind ist. Doch alle wissen es, nur keiner redet darüber, die Kinder der "Freunde" werden nicht geliebt. Nur Martin erzählt Angelika davon, Martin wird Armins deutscher Vater. Der Umzug nach Rostock verdrängt die Frage der Herkunft, doch mit 14 Jahren bekommt Armin einen Ausweis, das "Russenblut" läßt sich nicht mehr verbergen. Harri Engelmann, 1947 in Berlin geboren, ist in Rostock aufgewachsen und lebt seitdem auch hier. Als Autor ist er kein Unbekannter. Neben den "Erzählungen eines Autoverkäufers" hat er bisher zwei weitere Erzählbände veröffentlicht. "Russenblut" ist sein erster Roman.
Einführung und Moderation: Manfred Keiper.
Jochen Schimmang, Das Beste, was wir hatten
Dienstag, 27. Oktober 2009 - 20:00
Jochen Schimmang, geboren 1943 in Northeim, studierte Politologie an der FU Berlin, unterrichtete Deutsch als Fremdsprache, seit 1993 freier Schriftsteller, debütierte 1979 mit dem Roman „Der schöne Vogel Phönix“ über die Berliner Studentenbewegung, veröffentlichte mehre Romane, Erzählungen und Essays, erhielt u.a. den Rheinischen Literaturpreis, lebte-lange in Köln, seit 2005 in Oldenburg.
Zum Buch:
In den siebziger Jahren befreunden sie sich in den radikalen Studentenzirkeln Westberlins: Gregor Korff und Leo Münks; in den Achtzigern machen sie eher beiläufig Karriere in hohen staatstragenden Ämtern der Bonner Republik; in den Neunzigern aber macht sie die neue
Berliner Republik zu Außenseitern, die melancholisch aber hellwach zurückblicken auf die verlorenen Träume ihrer Generation.














