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Horst Krieg (Rostock), Das Phantom
Dienstag, 17. Januar 2012 - 20:00
Der Konferenzraum hing voller großformatiger Bilder von Regenbogen-Projekten, alle professionell von oben fotografiert wie bei Google Earth, nur farbiger, kontrastreicher und voller Details, die mediterran gestylte Marina, der schwarzglasige Klinikanbau, terrakotta-terrassige Pensionen, der ovalfens-trige Bahnhof, das blütenweiße Kasino, das gelb verrückte Spaßbad, backsteinige Stadttore, die himmelsäugige Einkaufspassage mit Springbrunnen, nur der Tunnel versteckte sich unter Wasser, ließ aber die Enden der Autobahn sehen, wenn auch ohne Autos.
Ein Stadt in Norddeutschland, unverkennbar an der Küste. Eine Zeitungsredaktion mit Redakteuren, die nicht so können, wie sie wollen, ein Verleger, der mehr verdeckt als ans Tageslicht gezerrt wissen will, und ein Journalist, der das alles nicht mehr mitmachen will. Ein spannender Roman über Baulöwen und Möchtegern-Tycoons, Provinzmafiosis, Duckmäuser, aber auch Leute, die ihre Stadt lieben und dafür auch ein bisschen Zivilcourage an den Tag legen.
Horst Krieg, geboren 1944 in Weißenfels, hat mehrere Jahrzehnte bei der Ostsee-Zeitung u.a. als Kulturredakteur gearbeitet, schrieb Porträts, Reise-reportagen und Rezensionen und jetzt – Bücher. Das Phantom ist sein erster Roman, kein Rostock-Roman, denn worüber erschreibt, das passiert so oder ähnlich an unzähligen Orten dieser Welt.









